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Workshop der GOR e.V. AG Finanzwirtschaft und Finanzinsitutionen

Die Arbeitsgruppe Finanzwirtschaft und Finanzinstitutionen der Gesellschaft für Operations Research (GOR) e.V. und das Hannover Center of Finance e.V. luden alle Interessierten zu einem Workshop am Freitag, den 17. April 2009 in der Zeit von 10:00 bis 17:00 Uhr ein.
 

 
Rückschau
  

von Hans-Jörg v. Mettenheim,  Michael H. Breitner und Daniel Rösch
(Leibniz Universität Hannover)

Der Workshop der Arbeitsgruppe fand am 17. April im neuen Leibnizhaus, Hannover, statt und begann um 10.00 Uhr mit einer kurzen Begrüßung durch einen der Gastgeber, Prof. Dr. Michael H. Breitner, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Leibniz Universität Hannover. Anschließend sprach der Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Prof. Dr. Hato Schmeiser, einige einleitende Worte.

Der erste Vortragsblock wurde eröffnet von Prof. Dr. Hans Ulrich Buhl, Universität Augsburg. Herr Buhl referierte über die Individualisierung und Systemunterstützung der Altersvorsorgeberatung. Er stellte ein Beratungsunterstützungs-Tool vor, das er an seinem Institut entwickelt hat und welches sich in der Praxis bereits großer Beliebtheit erfreut. Der folgende Vortrag von Jun.-Prof. Dr. Alexander Klos, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, beantwortete die Frage, warum so wenige Deutsche bei Fondsgesellschaften riestern: Für viele Sparer sind versicherungsbasierte Riesterverträge nach Einbeziehung der Kostenstruktur vorteilhafter. Herr Ullrich Hartmann von PricewaterhouseCoopers stellte einen Entwurf für die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) als eine Antwort der deutschen Regulierung auf die Finanzmarktkrise vor. Herr Roger Faust, Universität St. Gallen, untersuchte im folgenden Vortrag die Performance von Hedge Funds und Mutual Funds in Emerging Markets. Es stellt sich heraus, dass Hedge Funds häufiger ein positives Alpha erzielen als Mutual Funds. Den Abschluss des ersten Blocks bildete der Vortrag von Prof. Dr. Hato Schmeiser, Universität St. Gallen, mit der Beantwortung der Frage: On the Risk Situation of Financial Conglomerates: Does Diversification matter? Er legte dar, dass bei Konglomeraten die Diversifikationseffekte vergleichsweise gering sind. Das anschließende Mittagessen am Buffet bot zahlreiche Möglichkeiten des Austauschs.

 

Herr Prof. Dr. h. c. Gerhard Stahl von der Talanx AG begann den zweiten Vortragsblock mit einem Vortrag zu Aspekten des Modellrisikos. Insb. beleuchtete er die Problematik, Modelle zu finden, die an den Verteilungsrändern das Risiko adäquat abbilden. Es folgte der Vortrag von Herrn Prof. Dr. Thomas Breuer, FH Voralberg, zum Thema Maximum Entropy and Maximum Loss. Herr Dr. Arne Ruban referierte anschließend über Personalplanung vor dem Hintergrund einer Planung im Bankbetrieb und stellte verschiedene Modelle und Lösungsansätze vor. Er löst das Problem mithilfe von gemischt-ganzzahliger Programmierung und Tabu Suche. Herr Prof. Dr. Dr. h. c. Günter Bamberg, Universität Augsburg, schloss mit einem Vortrag zum Verhalten von Risikomaßen bei schweren Rändern der Logrendite ab. Bei Kaffee und Kuchen konnte dann weiter diskutiert werden.

Den letzten Vortragsblock eröffnete Frau Dr. Steffi Höse von der Technischen Universität Dresden mit einer Untersuchung von Worst-Case-Korrelationen. Es stellt sich heraus, dass eine Erhöhung der Assetkorrelationen im asymptotischen Ein-Faktormodell zum Sinken der bedingten Ausfallwahrscheinlichkeiten führen kann. Prof. Dr. Günter Schmidt, Universität des Saarlandes, stellte unter dem Thema Empirical Analysis of Market Timing Heuristics verschiedene Online Algorithmen vor. Die Online Algorithmen schneiden in jedem Falle deutlich besser als Buy-and-Hold ab. Herr Roland Wagner, Leibniz Universität Hannover, berichtete am Beispiel von Spareinlagen über Volumenmodellierung und -prognose variabler Geschäfte mittels Zeitreihenmodellen. Herr Hans-Jörg von Mettenheim, ebenfalls Leibniz Universität Hannover, stellte unter dem Thema Design und Optimierung von Derivativen ein neues Verfahren vor, mittels dessen Optionen auf konstantes Delta optimiert werden können und demonstrierte die entsprechende entwickelte Software.

Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael H. Breitner und Prof. Dr. Daniel Rösch entsponn sich eine kurze Abschlussdiskussion. Bei der anschließenden Sitzung der Arbeitsgruppe teilte Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge mit, dass er für das Leitungsgremium der AG nicht mehr zur Verfügung stehe und schlug Prof. Rösch als neuen Stellvertreter vor. Herr Prof. Rösch wurde unter allgemeinem Beifall einstimmig in das neue Amt gewählt. Wir danken Herrn Prof. Locarek-Junge für seine langjährige Tätigkeit und wünschen Herrn Prof. Rösch bei seinem neuen Amt viel Erfolg. Auf Einladung des HCF e.V. klang der Abend in einem nahegelegen italienischen Restaurant gemütlich aus.

Themenschwerpunkte

  • Regulierung von Finanzdienstleistungen (u.a. Kreditrisiken, Basel II, Sarbanes-Oxley Act)
  • Aktuelle Entwicklungen im Portfolio-, Risiko- und Versicherungsmanagement
  • Aktuelle Praxisprobleme und OR-Lösungen für Finanzdienstleister
  • Aktuelle empirische Analysen im Finanzdienstleistungssektor
  • Pricing von Finanzkontrakten und allgemeine Bewertungstheorie 

Teilnehmer aus der Praxis sind ausdrücklich erwünscht.

Programm

ZeitTitelReferent
ab 9.30Anmeldung und Get-Together 
10.00BegrüßungProf. Dr. Michael H. Breitner
Leibniz Universität Hannover
Prof. Dr. Herrmann Locarek-Junge
Technische Universität Dresden
Prof. Dr. Hato Schmeiser
Universität St. Gallen
10.10-10.40Individualisierung und Systemunterstützung der AltersvorsorgeberatungProf. Dr. Hans-Ulrich Buhl
Universität Augsburg
10.50-11.05Warum riestern so wenige Deutsche bei Fondsgesellschaften?Jun.-Prof. Dr. Alexander Klos
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
11.10-11.25Entwurf für die Neufassung der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) als eine Antwort der deutschen Regulierung auf die FinanzmarktkriseUllrich Hartmann
PricewaterhouseCoopers
11.30-11.45Investing in Emerging Markets: The Performance of Hedge Funds and Mutual FundsRoger Faust
Universität St. Gallen
11.50-12.05On the Risk Situation of Financial Conglomerates: Does Diversification Matter?Prof. Dr. Hato Schmeiser und
Dr. Nadine Gatzert
Universität St. Gallen
12.10Mittagessen 
13.10-13.40Aspekte des ModellrisikosProf. Dr. Gerhard Stahl
Talanx AG
13.50-14.05Maximum Entropy and Maximum LossProf. Dr. Thomas Breuer und
Dr. Imre Csiszár
FH Voralberg
14.10-14.25Personalplanung vor dem Hintergrund einer Planung im Bankbetrieb: Themenstrukturierung, Modellformulierung und RechenbarkeitsbetrachtungDr. Arne Ruban
(tätig bei der Commerzbank AG)
14.30-14.45Das Verhalten von Risikomaßen bei schweren Rändern der LogrenditeProf. Dr. Dr. h. c. Günter Bamberg
Universität Augsburg
14.50Kaffeepause 
15.20-15.50Worst-Case-KorrelationenDr. Steffi Höse
(und Prof. Dr. Stefan Huschens)
Technische Universität Dresden
16.00-16.15Empirical Analysis of Market Timing HeuristicsProf. Dr. Günter Schmidt
Universität des Saarlandes
16.20-16.35Volumenmodellierung und -prognose variabler Geschäfte mittels Zeitreihenmodellen am Beispiel von SpareinlagenRoland Wagner
Leibniz Universität Hannover
16.40-16.55Design und Optimierung von DerivativenHans-Jörg von Mettenheim
Leibniz Universität Hannover
17.00Wrap-UpProf. Dr. Michael H. Breitner
Leibniz Universität Hannover
ab 17.20Sitzung der GOR Arbeitsgruppe
ab ca. 17.30Ausklang im Restaurant Bei Mario 
Im Anschluß an jeden Vortrag ist Gelegenheit zu einer kurzen (und lebhaften) Diskussion.

Teilnahmegebühr

Gebührenfrei können teilnehmen:

  • Mitarbeiter(innen) der Mitgliedsinstitutionen des Hannover Center of Finance e.V.

  • persönliche Mitglieder der Gesellschaft für Operations Research (GOR) e.V.

  • Angehörige von Firmen, die korporatives Mitglied der GOR sind

  • ReferentInnen

  • Mitarbeiter(innen) und Studierende der Leibniz Universität Hannover

An Hochschulen tätige Nichtmitglieder und Studierende zahlen eine Teilnahmegebühr von einem Jahresbeitrag der GOR (zu Beginn der Regelung im Jahre 2000 sind dies 80 Euro und 20 Euro für Studierende).

Mitarbeiter(innen) von Firmen ohne persönliche oder korporative Mitgliedschaft in der GOR zahlen 160 Euro.

Nehmen an einer Sitzung mehrere Mitglieder eines Hochschulinstituts oder einer Firma teil, so zahlen sie gemeinsam den Jahresbeitrag eines entsprechenden korporativen Mitglieds der GOR. Bei Hochschulinstituten sind dies 150 Euro, bei Firmen 300 Euro.

Der Mittagsimbiss und die Verpflegung am Nachmittag sind in der Teilnahmegebühr enthalten.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich bis zum 3. April 2009 bei einem der folgenden Ansprechpartner an:

Hans-Jörg v. Mettenheim
Tel. 0511 762 4982, mettenheimiwi.hannover.de

oder Nicole Knöchelmann (Workshopsekretariat)
Tel. 0511 762 4978, Fax 0511 762 4013, knoechelmanniwi.uni-hannover.de

 

Veranstaltungsort

Die Tagung findet im neuen Leibnizhaus, Holzmarkt 4 - 6, 30159 Hannover (Innenstadt), der Leibniz Universität Hannover statt.

Das neue Leibnizhaus wurde zwischen 1977 und 1981 für umgerechnet 11 Millionen Euro mit einer Renaissancefassade aus Obernkirchener Sandstein originalgetreu rekonstruiert (Aussehen von 1652).

Das ursprüngliche Leibnizhaus wurde vom deutschen Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) ab 1698 bis zu seinem Tod bewohnt. 1943 wurde es - mit großen Teilen der Altstadt Hannovers - vollständig zerstört.

Anreise zur Tagung

Mit der Bahn: Vom Hauptbahnhof Hannover sind es 10 Minuten zu Fuß bis zum Leibnizhaus.
Mit dem Flugzeug: Der Flughafen Hannover liegt weniger als 10 km nördlich der Innenstadt. Zum Hauptbahnhof fahren die S-Bahn und der Flughafenbus mehrmals jede Stunde. Vom Hauptbahnhof geht es problemlos zu Fuß weiter.
Mit dem Auto: In unmittelbarer Nähe vom Leibnizhaus befinden sich mehrere Parkhäuser mit ausreichenden Kapazitäten. Kostenlose Parkplätze stehen in etwa 15 Minuten Gehentfernung zur Verfügung.

Das Leibnizhaus (und auch das Institut für Wirtschaftsinformatik) sind auf der folgenden Karte durch einen blauen Pfeil markiert, das Restaurant Mario ist durch einen roten Pfeil gekennzeichnet:

 

©2004 Institut für Kartographie und Geoinformatik der Leibniz Universität Hannover (modifiziert)

Organisationskomitee

Prof. Dr. Hato Schmeiser
Vorsitzender GOR AG Fi&Fi
Tel. +41 71 243 4041, lehrstuhl-rmunisg.ch

Prof. Dr. Hermann Locarek-Junge
stellv. Vorsitzender GOR AG Fi&Fi
Tel. 0351 463 35572, locarekjfinance.wiwi.tu-dresden.de

Nicole Knöchelmann
Workshopsekretariat, z.B. für Hilfe bei der Zimmerreservierung o. Ä.
Tel. 0511 762 4978, Fax 0511 762 4013, knoechelmanniwi.uni-hannover.de

Prof. Dr. Michael H. Breitner
Tel. 0511 762 4901, breitneriwi.uni-hannover.de

Prof. Dr. Daniel Rösch
Tel. 0511 762 4668

Dr. Johann Rudolf Flesch
Tel. 0511 762 4668, fleschmaximiner.de

Hans-Jörg v. Mettenheim
Tel. 0511 762 4982, mettenheimiwi.uni-hannover.de

Markus Preylowski
Tel. 0511 762 5929, preylowskihcf.uni-hannover.de

 

Die Gesellschaft für Operations Research e.V.

Die GOR ist eine gemeinnützige Gesellschaft. Sie entstand zum 01.01.1998 durch Verschmelzung der "Deutschen Gesellschaft für Operations Research" (DGOR) und der "Gesellschaft für Mathematik, Ökonomie und Operations Research" (GMÖOR). Ihre zentrale Aufgabe besteht darin, die Verbreitung und den Einsatz von Operations Research in Wissenschaft und Praxis zu fördern. Dies geschieht in erster Linie mit Hilfe von Fachpublikationen, Tagungen, Arbeitsgruppen sowie im Wege der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses.

Unter Operations Research (OR) wird allgemein die Entwicklung und der Einsatz quantitativer Modelle und Methoden zur Entscheidungsunterstützung verstanden. Operations Research ist geprägt durch die Zusammenarbeit von Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Informatik.

Aktuell hat die GOR insgesamt ca. 1.200 Mitglieder - Einzelpersonen und Institutionen aus Wissenschaft, Industrie und Verwaltung.

Die Arbeitsgruppe Finanzwirtschaft und Finanzinstitutionen (GOR AG Fi&Fi) beschäftigt sich sowohl mit theoretischen als auch mit praktischen Aspekten in der finanziellen Sphäre von Unternehmen.

Link zur Internetseite der Arbeitsgruppe:
http://finance.wiwi.tu-dresden.de/gor/